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Mein Weg ist das Ziel

Via de la Plata – Tajo-Stausee

06.06.2010 – verdammte Tastatur – Casar de Cáceres und Tajo-Stausee

Heute morgen bin ich gut los- und vorangekommen (auch wenn es etwas schwer war um 5:15 Uhr aufzustehen). Ich habe naemlich den Ratschlag meiner oesterreichischen Pilgerbekanntschaft Guenter beherzigt und meinen Poncho, meine Regenjacke und meinen Fleece postlagernd nach Salamanca vorausgeschickt, denn dass es hier regnet, da friert es eher in der Hoelle… aber natuerlich war klar, dass es jetzt morgens schweinekalt ist – nach Sonnenaufgang habe ich 13 Grad auf einer Anzeige gesehen – davor waren es sicherlich nicht mehr als 8 Grad!

Und so bin ich mit ca. 3-4 Kilo weniger Gepaeck leichten Fusses um kurz vor 6 Uhr los ins ca. 11 km entfernte Casar de Cáceres. Da Sonntag ist, war fast klar, dass alles um 8 Uhr, als ich dort eingetroffen bin, geschlossen ist. Den Jugendlichen aber sei Dank, die nach einer durchzechten Disconacht noch was zu beissen haben wollen, denn ein Laden hatte offen. Allerdings haette ich diesen nie gefunden, wenn mich nicht eine nette Omi hingebracht haette. Nun, ganz so selbstlos war die „nette Omi“ leider nicht. Auf halbem Wege hat sie mir 2 Euro abgeknoepft, sozusagen als „vorgezogenes Dankeschoen“. Es gibt keine Selbstlosigkeit mehr auf dieser Welt, aber sei es drum, so bin ich wenigstens zu einem Fruehstueck gekommen, denn sonst waere die weitere 22 km-Strecke an den Tajo-Stausee gleich Essig gewesen.

Unterwegs habe ich festgestellt, dass ich alles, was mich so beschaeftigt hat, wohl bei meiner ersten Pilgerreise 2008 aufgearbeitet habe. Habe ich dort noch ein Problem nach dem anderen gewaelzt und verarbeitet, laufe ich hier herrlich entspannt im geistigen Leerlauf.

Ein Teil des Wegs fuehrt auch an einer kurvenreichen, neuasphaltierten Strecke entlang. Das ist fuer Motorradfahrer natuerlich unwiderstehlich, fuer Pilger allerdings etwas Harakiri! Nichts gegen Motorradfahrer, war ich selbst begeistert lange Zeit, aber den Jungs hier scheint die Birne unterm Helm so heissgekocht zu sein, dass sie maximal die 80 km/h in einer Haarnadelkurve einhalten. Da hilft dann auch keine doppelte Leitplanke mehr… (nicht der Weichbirne, sondern mir als Fussgaenger, der bloederweise beim Sturz gerade im Weg stehen wuerde!)

Leider hat sich dann einige Kilometer vor dem Tajo-Stausee mein Schienenbein protestierend zu Wort gemeldet und ist auch inzwischen unuebersehbar geschwollen. Verdammte Hacke, mir bleibt hier aber auch nichts erspart.

Nun, jetzt sitze ich im Hostal und werde mal sehen, wie es morgen damit aussieht. Und da ich nicht viel sonst hier tun kann (der Stausee ist einige hundert Meter weiter und die humple ich nicht durch die Hitze) und Internet umsonst ist, gibt es heute eben ausnahmsweise einen eigenen Bericht (auch wenn die Tastatur und Maus wirklich eine nervige Angelegenheit sind). Leider klappt das mit dem Bilderhochladen nicht, sehr aergerlich Frown

Viele Gruesse
shp-vdlp

PS: und auf die unqualifizierte Frage, warum ich denn keine Taschenlampe dabei habe: ich bin doch im Traum nicht auf die Idee gekommen, dass ich irgendwann auch mal zu den Idioten gehoere, die mitten in der Nacht loslaufen!

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